Die Reway Group und Italiens geplante Ausgaben in Auto- und Eisenbahn
Italiens marode Infrastruktur – und wer davon profitiert: Die Reway Group als führender Dienstleister für die Modernisierung des Strassen- und Schienennetzes.
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Italien steht vor einer seiner größten wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen der letzten Jahrzehnte: Die Modernisierung einer teils maroden Infrastruktur.
Brücken, Tunnel, Autobahnen sowie das Schienennetz, vielfach in den 1960er- und 1970er-Jahren errichtet, sind heute dringend sanierungsbedürftig. EU-Fördermittel, staatliche Investitionsprogramme und das steigende Sicherheitsbewusstsein der Öffentlichkeit treiben diese Entwicklung zusätzlich an. In diesem Kontext hat sich ein Unternehmen besonders in den Vordergrund gespielt: die Reway Group S.p.A. – ein stark wachsendes Unternehmen, das durch Spezialisierung, Übernahmen und gezielte Investitionen eine bedeutende Marktposition erreicht hat.


Abbildung 1: illustrative Darstellung von Dienstleitungen der Reway Group; ChatGPT unterstützt
Paolo Luccini: Führungspersönlichkeit und Stratege
An der Spitze von Reway steht Paolo Luccini (65 Jahre), Präsident und CEO des Unternehmens. Er ist nicht nur das Gesicht der Gruppe, sondern auch maßgeblich daran beteiligt, dass Reway aus einem Zusammenschluss spezialisierter Firmen zu einem schlagkräftigen Akteur in der italienischen Infrastruktur-Landschaft geformt wurde. Luccini gründete 1994 die MGA S.r.l. (Manutenzioni Generali Autostrade) zur Restaurierung und Instandhaltung von Autobahntunneln. Im Laufe der Jahre wurde das Geschäft um angrenzende Dienstleistungen erweitert und entsprechende Akquisitionen getätigt.
Sein Werdegang verdeutlicht, dass er ein Unternehmer ist, der operative Expertise mit strategischem Denken verbindet. Unter seiner Führung hat sich Reway nicht als klassischer Baukonzern positioniert, sondern als integrierter Spezialist für die Instandhaltung und Modernisierung vom Autobahn- und Eisenbahnnetz.
Luccini setzt dabei auf einen klaren Expansionskurs:
Übernahmen
Ausbau von Kernkompetenzen
Eroberung von Zukunftsmärkten wie Eisenbahn- und Hafeninfrastruktur.
Für Investoren ist wichtig: Luccini steht nicht nur als Manager an der Spitze, sondern auch als Unternehmer. Über die Holdinggesellschaft Luccini S.r.l. hält er – zusammen mit seinem Sohn Alex – rund 56% der Stammaktien.
Alex Luccini (40 Jahre) – anders wie der Betriebswirt Paolo – ist ein Ingenieur und ist Geschäftsführer der Tochtergesellschaften SOTECO, welche neben der Tunnelsanierung auch Lärmschutzwände entlang der Autobahnen installiert und wartet.


Abbildung 2: Paolo Luccini, CEO der Reway S.p.A.; gefunden auf www.visionyournal.it)
Die Geschichte von Reway: Vom Zusammenschluss zur börsennotierten Gruppe
Obwohl Reway Group erst Ende 2021 offiziell als Holding entstand, reicht die operative Historie deutlich weiter zurück:
1994: Gründung der MGA S.r.l. – tätig in der Sanierung von Autobahntunneln.
2012: Gründung der TLS S.r.l. – tätig in der Wartung und Erdbebensicherung von Viadukten/Brücken
2016: Gründung der SOTECO S.r.l. – tätig in Tunnelsanierung und Lärmschutzwänden
2023: IPO und Kauf der Gema S.p.A. (vormals Se.Gi. S.p.A.) – Eintritt in den Bereich Eisenbahnen
2024: Kauf der Vega Engineering S.r.l. – tätig in der technischen Planung von Autobahnen dem Eisenbahnnetz
Diese Unternehmen wurden unter dem Reway-Dach gebündelt, um Kompetenzen zusammenzuführen, Synergien zu schaffen und sich stärker auf Ausschreibungen im großen Stil bewerben zu können. Die Strategie erwies sich als erfolgreich! Seit dem IPO hat sich das Auftragsvolumen mehr als verdoppelt:


Abbildung 3: Reway Steigerung des Auftragsvolumens 2023-2025; eigene Darstellung
Geschäftsfelder und Kernkompetenzen
Reway versteht sich als integrierter Anbieter für Infrastruktursanierung. Das Unternehmen deckt eine breite Palette ab und ist der einzige Anbieter, welche italienweit sämtliche Dienstleistungen aus einer Hand anbieten kann:
Sanierung von Autobahntunneln: inklusive struktureller Verstärkungen, Brandschutz, Beleuchtungssystemen und Sicherheitstechnik.
Sanierung von Brücken und Viadukte: Reparaturen, Erdbebensicherheit, Oberflächen- und Tragwerksverstärkungen.
Sanierung von Straßeninfrastruktur: Beläge, Schallschutzwände, Lärmschutzmaßnahmen.
Sanierung von Eisenbahninfrastruktur: Modernisierung des Eisenbahnnetzes und Sanierung von Bahnhöfen.
Diese vertikale Integration verschafft dem Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil. Während viele Marktteilnehmer nur auf Teilbereiche spezialisiert sind, bietet Reway Komplettlösungen an.
Finanzielle Entwicklung: Dynamik im Wachstum
Die jüngsten Finanzberichte zeigen eine bemerkenswerte Dynamik: Seit 2021 haben sich Umsatz und EBIT mehr als verdoppelt. Die EBIT-Marge verläuft zwischen 15-18% p.a. und verdeutlicht den Wert der hochspezialisierten und nachgefragten Dienstleistungen von Reway.
Auch das erste Halbjahr in 2025 zeigt Wachstum in gleicher Dynamik, mit Umsatz +16% gegenüber dem Vorjahr und einer EBIT-Marge von 16%.


Abbildung 4: Reway Umsatz und Profitabilität FY 2021- H1 2025; eigene Darstellung
Die Cashflows und Bilanz zeigen eine für die Branche typische Belastung durch Vorleistungen. Diese ist absolut vertretbar und das Unternehmen ist in der Lage, entsprechend hohe Barmittelbestände zu halten.
Insbesondere in den Cashflows wird es eine Volatilität geben, welche jedoch mit dem prognostizierten Wachstum mehr als kompensiert wird.


Abbildung 5: eingestürzte Brücke in der Toskana (2020); gefunden auf www.morgenpost.de)
Italiens Infrastrukturmarkt: Chancen und Treiber
Die Perspektiven für Reway hängen eng mit den strukturellen Entwicklungen in Italien zusammen. Das Land investiert massiv in die Modernisierung von Infrastruktur, getrieben von:
EU-Programmen und Recovery Funds: Milliardenbeträge aus dem europäischen Wiederaufbauprogramm fließen in Verkehrsinfrastruktur.
Alterungsbedingte Sanierungen: Ein Großteil der Autobahnen und Brücken stammt aus der Nachkriegszeit und ist heute sanierungsbedürftig.
Erdbebensicherheit: Italien ist in seismisch aktiven Zonen gelegen – die Nachrüstung von Bauwerken wird staatlich gefördert.
Nachhaltigkeit und Lärmschutz: Projekte rund um Umweltstandards und Schallschutzmaßnahmen gewinnen zunehmend an Gewicht.
Eisenbahninvestitionen: Der Schienensektor gilt als besonders wachstumsstark, nicht zuletzt durch Hochgeschwindigkeitsstrecken und die Modernisierung regionaler Netze.
Allein für die Sanierung vom Autobahn- und Eisenbahnnetz sind in den kommenden 10-15 Jahren Ausgaben in Höhe von rund EUR 120 Mrd. geplant!
Die Konkurrenz ist dabei stark fragmentiert. Viele kleinere Bau- und Sanierungsunternehmen haben nicht die Kapazität, große Ausschreibungen oder komplexe Projekte abzuwickeln. Reway profitiert als konsolidierter Anbieter, der Größe und Spezialisierung vereint.
Fazit
Die Reway Group S.p.A. ist Bestandteil unseres OHP Unternehmerfonds. Wir sehen ein fähiges und erfahrenes Management, welches mit Weitsicht eine profitable Grundlage geschaffen hat um sich als führender Nischenanbieter in den massiven Infrastrukturausgaben Italiens durchzusetzen.


Abbildung 6: Aktienkurs der Reway Group S.p.A. seit IPO im März 2023
Dieser Artikel ist keine Kaufempfehlung/ keine Anlageberatung
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